Ratgeber

Preise im Salon kalkulieren – mit dem Stundensatz

Preise nach der Konkurrenz um die Ecke festzulegen ist bequem, sagt aber nichts darüber, ob Miete, Personal und Material gedeckt sind. In diesem Ratgeber zeigen wir, wie Sie aus Ihren Kosten einen Stundensatz ableiten, daraus Leistungspreise berechnen, die Preisliste übersichtlich gestalten und eine Preiserhöhung ankündigen, ohne Stammkunden zu verlieren.

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Woraus ein Preis besteht

Jeder Leistungspreis muss vier Bausteine decken. Erstens das Material: Farbe, Entwickler, Shampoo, Pflege, Einweghandtücher und Klingen. Zweitens die Personalkosten: Gehalt, Provision und Arbeitgeberanteile – und als Inhaber auch Ihr eigener Unternehmerlohn, den viele vergessen. Drittens die Fixkosten des Salons: Miete, Strom, Wasser, Heizung, Versicherungen, Steuerberatung, Software und Reinigung. Viertens der Gewinn: das Polster für Investitionen, neue Ausstattung und schwache Monate.

Am häufigsten unterschätzt werden die Fixkosten, weil sie zu keiner einzelnen Leistung gehören. Doch jede Leistung belegt einen Platz für eine bestimmte Zeit und verbraucht in dieser Zeit Miete, Licht und Wärme. Deshalb ist der Zeitbedarf die verlässlichste Grundlage für die Kalkulation.

Den Stundensatz berechnen

Addieren Sie zuerst Ihre monatlichen Fixkosten und Personalkosten einschließlich Unternehmerlohn. Berechnen Sie dann, wie viele Stunden Ihre Plätze im Monat tatsächlich produktiv sind: Öffnungstage, tägliche Arbeitszeit und Zahl der Plätze, multipliziert mit einer vorsichtig geschätzten Auslastung. Ein komplett ausgebuchter Monat ist unrealistisch; Pausen, Beratung, Aufräumen und Lücken im Kalender gehören dazu. Die Kosten geteilt durch die produktiven Stunden ergeben Ihren Kosten-Stundensatz. Darauf kommt der gewünschte Gewinn.

Vom Stundensatz zum Leistungspreis

Mit dem Minutensatz wird jede Leistung berechenbar: Zeitbedarf mal Minutensatz plus Material ergibt den Nettopreis. Messen Sie den Zeitbedarf ehrlich – inklusive Waschen, Beratung und Einwirkzeit, in der der Platz belegt ist. Erst dann kommt die MwSt. dazu. Kunden sehen auf der Preisliste üblicherweise Endpreise inklusive MwSt.; viele Salons runden diese auf glatte Beträge und rechnen den Nettopreis zurück.

Diese Rechnung liefert eine Untergrenze. Liegt Ihr Preis darunter, finanzieren andere Leistungen die Fixkosten oder Ihr eigener Lohn schrumpft. Wie weit Sie darüber gehen, hängt von Lage, Erfahrung des Teams und Zielgruppe ab. Erst an dieser Stelle lohnt der Blick auf die Preise der Umgebung – als Orientierung, nicht als Ausgangspunkt.

Sie müssen nicht jede Leistung einzeln durchrechnen. Beginnen Sie mit den fünf bis zehn meistverkauften Leistungen und leiten Sie die übrigen nach ähnlichem Zeit- und Materialaufwand ab. Wiederholen Sie die Kalkulation mehrmals im Jahr, vor allem wenn Miete, Energie oder Tariflöhne steigen. Aktualisieren Sie auch die Auslastung mit echten Zahlen: Ist der Salon voller als angenommen, sinkt Ihr Stundensatz; ist er leerer, steigt er. Leere Stunden zu füllen wirkt deshalb oft so stark wie eine Preiserhöhung.

Herren, Damen, Kinder – oder nach Aufwand?

Klassische Preislisten unterscheiden Herren-, Damen- und Kinderpreise. Immer mehr Salons stellen auf geschlechtsneutrale Preise um, die sich an Haarlänge, Zeitbedarf und Aufwand orientieren: Kurzhaarschnitt, mittellang, lang. Das ist transparenter, weil der Preis dem Aufwand folgt und nicht der Person. Für Barbershops bleibt die Liste oft ohnehin nach Leistungen sortiert: Haarschnitt, Fade, Bart, Rasur. Welche Variante Sie wählen – entscheidend ist, dass Kunden vorher wissen, was sie bezahlen.

  • Leistungen in Kategorien gliedern: Schnitt, Bart, Farbe, Pflege, Styling. Kunden und Team lesen die Liste schneller.
  • Ähnliche Leistungen zusammenfassen; drei Namen für dieselbe Arbeit verwirren.
  • Aufpreise für Länge oder Haardichte klar auf der Liste nennen, damit es an der Kasse keine Überraschung gibt.
  • Kombi-Angebote als eigene Leistung anlegen, statt den Rabatt jedes Mal von Hand zu geben.
  • Zu jeder Leistung die durchschnittliche Dauer hinterlegen, damit Terminkalender und Kalkulation mit derselben Zeit arbeiten.

MwSt. von Anfang an richtig einrichten

Ob über Netto- oder Bruttopreise gesprochen wird, ist eine häufige Quelle für Missverständnisse – mit Kunden wie mit dem Team. Legen Sie fest, wie Sie intern rechnen, und bleiben Sie überall dabei. Welcher Steuersatz für welche Leistung gilt und ob für Ihren Betrieb die Kleinunternehmerregelung infrage kommt, prüfen Sie mit Ihrer Steuerberaterin oder Ihrem Steuerberater. In Österreich und der Schweiz gelten eigene Sätze und Grenzen.

Abweichungen vom Listenpreis im Blick behalten

Eine Preisliste, die nur auf dem Papier steht, nützt nichts. Kleine Nachlässe an der Kasse, Abrundungen und „heute mal so“ summieren sich, bis der tatsächliche Durchschnittspreis deutlich unter der Liste liegt. Behalten Sie Positionen im Blick, die vom Listenpreis abweichen. Wird eine Leistung ständig anders berechnet, ist entweder die Liste unrealistisch oder das Recht auf Rabatt zu großzügig verteilt. Manche Abweichungen sind bewusst – eine Geste für Neukunden oder ein Nachlass bei einer abgebrochenen Behandlung. Wichtig ist, dass sie sichtbar sind und man weiß, wer sie gewährt hat.

Eine Preiserhöhung ankündigen

  1. Durchrechnen

    Gestiegene Material-, Energie- und Personalkosten mit dem Stundensatz neu kalkulieren – und wissen, wie viel Erhöhung nötig ist.

  2. Rechtzeitig ankündigen

    Die neuen Preise vor dem Stichtag im Salon und im Hinweisfeld Ihrer Buchungsseite nennen.

  3. Überall gleichzeitig umstellen

    Preisliste an einem Tag überall ändern; nicht auf dem Aushang alt und im System neu.

  4. Mit dem Team sprechen

    Ist die Provision prozentual, steigt sie mit. Wer das weiß, erklärt die Erhöhung Kunden leichter.

Preise in Makastam

In Makastam legen Sie Ihren Leistungskatalog mit Kategorien an; jede Leistung hat Preis und Dauer. Die Online-Buchungsseite nutzt diese Dauer und zeigt Kunden einen ungefähren Gesamtbetrag. Preise werden netto eingegeben; in den Einstellungen übernehmen Sie einen Standard-Steuersatz mit einem Klick für alle Leistungen und Produkte, und je Position ist auch ein Satz von null möglich.

Auf dem Beleg bestimmen Sie, wer einen vom Listenpreis abweichenden Preis berechnen darf; auf Wunsch dürfen Mitarbeiter nur bei ihren eigenen Positionen den Preis ändern. Im Tagesabschluss werden Abweichungen vom Listenpreis gesondert aufgelistet, und der Bericht zur Leistungsrentabilität zeigt mit entsprechender Berechtigung Materialkosten und Rohertrag. Wie die Provision den Preis beeinflusst, lesen Sie im Ratgeber Provision berechnen; eine Übersicht der Kassenfunktionen finden Sie unter Kasse und Ausgaben.

Ihre Preisliste an einem Ort

Leistung, Dauer und Preis einmal anlegen – Beleg, Termine und Berichte nutzen dieselbe Liste.

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Häufige Fragen

Sollte ich meine Preise an der Konkurrenz ausrichten?

Die Preise in der Umgebung sind ein guter Vergleich, aber kein Ausgangspunkt. Berechnen Sie zuerst Ihre Untergrenze aus Stundensatz, Zeitbedarf und Material; danach entscheiden Sie mit Blick auf den Markt, wo Sie stehen wollen.

Ist ein Aufpreis für langes oder dichtes Haar fair?

Ja, wenn Zeit und Material tatsächlich steigen. Wichtig ist, dass der Aufpreis auf der Preisliste steht und der Kunde ihn vor der Behandlung kennt. Preise nach Länge und Aufwand statt nach Geschlecht machen das besonders nachvollziehbar.

Wie oft sollte ich die Preise erhöhen?

Statt eines festen Rhythmus kalkulieren Sie Ihre Kosten in regelmäßigen Abständen neu. Nähert sich die berechnete Untergrenze Ihrem aktuellen Preis, ist es Zeit für eine Anpassung.

Welcher MwSt.-Satz gilt für Friseurleistungen?

Das hängt vom Land, der Leistung und Ihrer steuerlichen Situation ab, etwa ob die Kleinunternehmerregelung infrage kommt. Klären Sie das mit Ihrer Steuerberaterin oder Ihrem Steuerberater.

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